Gene als Ursache

Erblich bedingter Haarausfall

Margit Kohler
medizinsche Fachberaterin

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Beratung

So wie bei den Männern können auch Frauen die Gene für Haarausfall sowohl von der mütterlichen als auch von der väterlichen Seite erben. Die Wirkung dieser Gene ist von den Androgenen abhängig, sodass der gewöhnliche Haarausfall androgenetische Alopezie oder anlagenbedingter Haarausfall genannt wird (der gleiche Ausdruck wird für den Haarausfall der Männer verwendet).

Nur wenn bestimmte anlagenbedingte (vererbte) Gene vorhanden sind, kann es zu androgenetischem Haarausfall kommen. Allgemein werden Gene als Erbanlage oder Erbfaktor bezeichnet, da sie die Träger von Erbinformation sind, die durch Reproduktion an die Nachkommen weitergegeben werden. Die Expression, das heißt die Ausprägung oder der Aktivitätszustand eines Gens, ist in jeder Zelle genau reguliert. Ein Gen ist ein Abschnitt auf der Desoxyribonukleinsäure (DNA).

Jeder Mensch besitzt 23 Chromosomenpaare, also 46 Chromosomen. Chromosomen sind Strukturen, die Gene und damit Erbinformationen enthalten. Die Genetik der androgenetischen Alopezie ist kompliziert, und Haarausfall scheint mehr als nur ein Gen zu betreffen. Wenn mehrere Gene ein Merkmal dominieren, gilt es als polygenetisch.

Während die Chromosomen eines Chromosomenpaares normalerweise gleich aussehen, bildet das 23. Chromosomenpaar eine Ausnahme. Die auf den X- oder Y-Chromosomen befindlichen Gene sind geschlechtsbestimmend. Die Gene der anderen 22 Chromosomenpaare sind autosomal, sie sind also nicht an der Bestimmung des Geschlechts beteiligt. Es wird angenommen, dass die Gene, die über die androgenetische Alopezie bestimmen, autosomal sind. Das heißt, dass Haarausfall auch von der mütterlichen oder der väterlichen Seite vererbt werden kann. Die allgemein gültige Meinung, dass Haarausfall nur von der mütterlichen Seite der Familie vererbt wird, ist falsch. Aus noch nicht gänzlich geklärten Gründen ist die Anfälligkeit für Haarausfall größer, wenn der Vater davon betroffen ist.

„Dominant“ bedeutet, dass nur ein Gen eines Paares notwendig ist, um das Merkmal in einem Individuum zu zeigen. „Rezessiv“ bedeutet, dass beide Gene notwendig sind um ein Merkmal auszudrücken. Man geht davon aus, dass die für die androgenetische Alopezie verantwortlichen Gene dominant sind.

Nur weil eine Person Gene für Haarausfall oder Kahlheit in sich trägt, heißt das nicht, dass sich dieses Merkmal zeigen wird. Die Fähigkeit eines Gens seine Charakteristiken in einem bestimmten Individuum auszudrücken, nennt man Expression. Sie hängt von einer Menge an Faktoren ab. Die wichtigsten davon sind die Hormone und das Alter, aber auch Stress und andere Faktoren können eine Rolle spielen. In einem einfachen Beispiel bedeutet das: Ein Mann dessen Vater und dessen Großvater kahl sind oder deutlich an Haarausfall leiden, kann selbst wenig bis gar nicht davon betroffen sein. Entweder weil die Gene dafür nicht vererbt wurden oder weil die Expression der vererbten und verantwortlichen Gene, eingeschränkt ist.

Interessant ist, dass bis heute keines jener Gene, das für den männlichen Haarausfall verantwortlich ist, identifiziert werden konnte. Daraus lässt sich schließen, dass jede Art von Genmanipulation als Hilfe zur Vermeidung von Haarausfall noch in weiter Zukunft liegt.

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