Hormone als Ursache für Haarausfall

"Androgenetische Alopezie"

Margit Kohler
medizinsche Fachberaterin

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Hormone sind biochemische Substanzen, die dem Körper als Botenstoffe dienen. Sie werden in den Drüsen und in bestimmten Körperzellen gebildet. Über den Blutkreislauf oder das Lymphsystem gelangen sie zu ihren jeweiligen Zielorganen, wo sie über Hormonrezeptoren empfangen werden. Ihre Signale beeinflussen den Stoffwechsel der Organe und lösen so bestimmte Reaktionen aus. Selbst geringe Mengen der Hormone können eine starke Auswirkung auf den Körper haben.

Testosteron ist ein wichtiges Sexualhormon, das bei Männern in den Hoden produziert wird und bei Frauen in geringen Mengen in den Eierstöcken und Nebennierenrinden. Testosteron und andere männliche sexualmerkmal-bildende Hormone werden hauptsächlich in den Hoden entwickelt. Wenn sie sich in der Pubertät vergrößern und mehr Hormone entwickeln, kommt es zu deutlichen Veränderungen: veränderte Stimme, Bartwuchs, verändertes Schweißaroma, Änderung der Muskelentwicklung und der Körperform, Entwicklung der Geschlechtsmerkmale und Spermienproduktion. Außerdem hat das Hormon eine aufbauende Wirkung für Muskeln und fördert die Fettausscheidung.

Die gleichen Hormone, die Akne und Bartwuchs verursachen, können ebenso den Beginn von Haarausfall und Kahlheit signalisieren. Die Präsenz der Androgene (Testosteron und das Hormon DHT) bewirken, dass anfällige Haarwurzeln dünner werden und ausfallen. Zusätzlich zu den Hoden, produzieren die Nebennierenrinden androgenetische Hormone und das ist bei beiden Geschlechtern ähnlich. Bei den Frauen können die Eierstöcke zusätzlich Hormone produzieren, die das Haar angreifen.

Jenes Hormon, das direkt an der androgenetischen Alopezie beteiligt ist, ist das Dihydrotestosteron (DHT). Es wird durch die Wirkung des Enzyms 5-alpha-Reduktase aus Testosteron gebildet. DHT legt sich an die Rezeptoren der Haarfollikel und verursacht Haarausfall. Neben anderen Wirkungen, verringert DHT die Dauer der anagenen Phase (Wachstumsphase) und verlängert die telogene Phase (Ruhephase). Mit jedem neuen Zyklus wird das Haar dünner und fällt wahrscheinlich ganz aus.

Es ist interessant, dass Testosteron auf Achselhaar und Haare im Schambereich wirkt, während DHT auf Bartwachstum, androgenetischen Haarausfall und Haare in der Nase und den Ohren (kann vereinzelt bei Männern auftreten) wirkt. Der Haarwuchs am Kopf ist nicht abhängig von den Androgenen, wohl aber der Haarausfall.

Bei Männern ist die Aktivität des Enzyms 5-Alpha-Reduktase dort, wo sich Haarausfall abzeichnet, höher. Das Medikament Finasterid hemmt dieses Enzym (Mehr Informationen).

Es ist zu beachten, dass die alleinige Präsenz der notwendigen Gene und Hormone nicht ausreichend ist, Haarausfall oder Kahlheit zu verursachen. Auch die Zeit spielt eine wesentliche Rolle. Damit die anfälligen Haarwurzeln überhaupt ausfallen, müssen sie dem Hormon über einen längeren Zeitraum hinweg ausgesetzt sein. Die Dauer dafür variiert von Person zu Person und hängt auch von der genetischen Expression eines Menschen und seinem Testosteronspiegel ab.

Haarausfall passiert nicht auf einmal oder kontinuierlich, sondern zyklisch. Wer Haare verliert, macht die Erfahrung, dass es alternierende Perioden von langsamem und schnellem Haarverlust, aber auch von Stabilität gibt. Welche Faktoren die Menge des Verlusts erhöhen oder verringern sind heute noch unbekannt, werden aber intensiv erforscht.

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