Mythen des Haarausfalls

Häufiges Schneiden lässt die Haare schneller wachsen

Helena Bartosek
medizinsche Fachberaterin

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Haarwachstum setzt sich nicht an den Spitzen fort, sondern wird an der Wurzel gebildet, die den einzigen lebenden Teil des Haares darstellen. Das sichtbare Haar hingegen besteht aus abgestorbenen Zellen. Für das Wachstum macht es keinen Unterschied ob man das Haar lang oder kurz trägt oder wie häufig es geschnitten wird. Durchschnittlich wachsen Haare ca. 1,3 cm pro Monat.

Kopfmassage verringert den Haarausfall

Grundlage dieser Empfehlung ist die These, dass eine starke Durchblutung der Kopfhaut für das Wachstum von Haaren förderlich ist. Wahr ist, dass jene Menschen, die nicht von Haarausfall betroffen sind, eine stärker durchblutete Kopfhaut haben als solche, die unter Haarausfall leiden. Daraus den Rückschluss auf die Durchblutung als Ursache zu ziehen, ist aber falsch. Tatsächlich ist bei Betroffenen nämlich gerade die reduzierte Anzahl an Haaren bzw. Haarwurzeln der Grund dafür, dass die Kopfhaut weniger intensiv durchblutet werden muss. Massagen oder andere Maßnahmen zur Durchblutungssteigerung können Haarausfall nicht stoppen.

Wer den Kopf öfter wäscht, verliert mehr Haare

Dieser allgemein verbreitete Irrtum fußt auf der Beobachtung von Betroffenen, die nach dem Bad im Ausguss viele verlorene Haare vorfinden. Tatsächlich fallen bei der Wäsche aber nur jene Haare aus, die ohnehin schon geschädigt sind. Gesunde Menschen verlieren ca. 80 - 100 Haare pro Tag. Das ist normal und wird noch nicht als Haarausfall wahrgenommen. Erst wenn diese Zahl regelmäßig deutlich überschritten wird, bilden sich kahle Stellen.

Die Glatze beim Mann weist auf eine ausgeprägte Libido hin

Männern mit Glatze wird oft ein erhöhter Testosteronspiegel nachgesagt, was allerdings ebenfalls ein Mythos ist. Wissenschaftlich nachgewiesen ist zwar, dass die Haarwurzeln eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber DHT (Dihydrotestosteron) im Bereich des Kopfes aufweisen, was mit eine Ursache für Haarausfall darstellt, aber keinen Zusammenhang mit einem generell erhöhten Testosteronspiegel darstellt – andernfalls müssten nämlich alle Körperhaare vom Ausfall betroffen sein ...

Um Haarausfall zu vermeiden, sollte man keine Hüte/Mützen tragen

Ausschlaggebend für diesen Mythos sind zwei Faktoren: Einerseits werden – ähnlich wie beim Haarewaschen – in der Kopfbedeckung die ausgefallenden Haare in gesammelter Form sichtbar, weil sie hier haften bleiben. Zweitens schränkt die Verwendung eines Hutes vermeintlich die Sauerstoffversorgung der Haarwurzeln ein. Diese erfolgt in Wahrheit von ihnen heraus und wird durch Kopfbedeckungen keineswegs beeinträchtigt.

Das Alter ist entscheidend für die Intensität von Haarausfall

Es gibt unterschiedliche Gründe für Glatzenbildung, die gesundheitlich und stressbedingt, aber sehr oft auch erblich vorbestimmt sind. Dass bei älteren Menschen der Haarausfall stärker ausgeprägt ist, stimmt so nicht. Zwar verfügen diese in der Regel über größere kahle Stellen als junge Menschen, aber nur deshalb weil bei Ihnen der Ausfall bereits über einen längeren Zeitraum stattgefunden hat. Hat Haarausfall erst einmal begonnen, wird er sich das ganze Leben lang fortsetzen – mit intensiveren und weniger stark ausgeprägten Perioden des Haarausfalls.

Haarausfall betrifft nur Männer

Tatsächlich leiden Männer weitaus häufiger unter Glatzenbildung als Frauen. Im Durchschnitt sind drei von vier Männern betroffen. Aber auch rund 30 Prozent der Frauen haben Haarausfall, welcher sich im Unterschied zu Männern weniger im Bereich der Geheimratsecken oder Tonsur abspielt, sondern eher auf der Kopfoberseite bzw. durch punktuelle Lückenbildung oder diffusen Haarverlust in Erscheinung tritt.

Bei der F.U.E.-Technik (Einzelentnahme) bilden sich keine Narben

"Die Behandlung ist absolut narbenfrei" wird immer wieder von Ärzten versprochen, die ausschließlich die F.U.E.-Technik praktizieren, um als Verkaufsargument zu wirken. Im Unterschied zur Streifenentnahme (F.U.T.), die eine feine, fast unsichtbare Nahtlinie am Hinterkopf bedeutet, entstehen bei F.U.E. hunderte bis weit über tausend punktförmige Narben mit kahlen Stellen, die sich durch das Ausstanzen der Hautstellen mit Haarwurzeleinheiten bilden. Bei beiden Entnahmetechniken sind die Narben in der Regel nicht sichtbar. Abhängig vom Umfang der Behandlung, der Beschaffenheit vom Spenderhaar, der Haarfarbe und der Dichte stellt ein Spezialist fest, welche Entnahmetechnik für welchen Patienten ideal geeignet ist.

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