Rogaine

Wirkstoff: Minoxidil

Rogaine, der Medikamentenname für Minoxidil, wurde in Amerika von der FDA (amerikanische Kontrollbehörde) als erstes Medikament gegen Haarausfall zugelassen. Die Therapie mit Rogaine ist eine lokale Anwendung, die direkt auf die Kopfhaut aufgetragen wird. Der Wirkstoff Minoxidil beginnt die Haarfollikel wieder verstärkt mit den notwenigen Nährstoffen zu versorgen und fördert die Durchblutung der Kopfhaut.

Rogaine ist rezeptfrei in zwei Dosierungen erhältlich:

Bei Einnahme der 2% Lösung liegt die Erfolgsquote bei 30% bis 40%. Die 5% Lösung weist hingegen eine Erfolgsquote von circa 60% auf.

Rogaine wurde aus dem oralen Blutdruckmedikament Minoxidil entwickelt (Loniten). Minoxidil hatte bei oraler Einnahme extreme schwere Nebenwirkungen auf das Herz und den Kreislauf und wird nur eingesetzt, wenn andere Blutdruckmittel keinen Erfolg zeigen. Man beobachtete, dass bei Patienten die Minoxidil einnahmen das Körperhaar zu wachsen begann und man nahm an, wenn Minoxidil direkt auf die kahle Kopfhaut aufgebracht würde, könnte es auch hier den Haarwuchs fördern. Studien bewiesen, dass das tatsächlich geschah, auch wenn der Haarwuchs eher bescheiden war.

Die ersten Studien mit Rogaine wurden auf dem Scheitel durchgeführt, und so entstand der Irrtum, dass es nur in diesem Bereich wirken würde. Obwohl Minoxidil am besten am Scheitel wirkt, fördert es den Haarwuchs auch an anderen Stellen, wie z.B. an der Stirn, solange sich dort feines (verkleinertes) Haar befindet. Auf komplett kahlen Stellen hat Minoxidil keine Wirkung. Das beste Ergebnis sieht man zwischen 5 Monaten und 2 Jahren, danach nimmt die Wirkung allmählich ab. Patienten, die Minoxidil langzeitig verwenden, werden weiterhin Haar verlieren, allerdings langsamer.

Außerdem wurden anfänglich nur Männer mit schütterem Haar beobachtet. Im Verlauf der Studien stellte sich aber heraus, das Minoxidil bei Frauen mit einem schütteren Haarbild wesentlich wirksamer ist.

Diese verstärkte Wirkung liegt, so wird allgemein vermutet, in der Art und Weise des Diffusen Haaraufalls der Frau. Die Haare lichten sich, verlieren an Volumen aber fallen nicht aus, nur so kann Minoxidil etwas bewirken. Eine Anwendung bei Männern empfiehlt am besten nach einer Eigenhaartransplantation. Bei Frauen in den Wechseljahren wurden keinerlei positive Veränderungen des Haarbildes festgestellt, somit fällt es als mögliche Therapie weg.

Minoxidil verlängert die Wachstumsphase der Haarwurzel (Anagenphase) und verbessert so die Haarqualität. Der Durchmesser und die Länge des feinen (verkleinerten) Haars nehmen zu. Die gleichzeitige Anwendung von Minoxidil und Propecia, das die Bildung von DHT direkt verhindert, kann einige synergetische Vorteile bei der Behandlung von Haarausfall haben.

Anwendung von Minoxidil

Die Anwendung von Minoxidil muss regelmäßig (2x täglich) über einen längeren Zeitraum erfolgen, da der Wirkstoff die meist hormonell bedingte Zerstörung des Haarfollikels aufhält, verkümmerte Haarfollikel wieder neu belebt werden und die Haare so wieder dichter aus der Kopfhaut zu sprießen beginnen.

Das Arzneimittel funktioniert nur bei direktem Kontakt mit der Kopfhaut (nicht mit dem Haar) und wirkt nur in den Bereichen, wo es aufgebracht wird. Wenn die Anwendung von Minoxidil abgesetzt wird, setzt der Haarausfall innerhalb von 3 Monaten wieder ein und das frühere Haarausfallmuster tritt wieder ein. Wird Minoxidil wieder aufgetragen, wächst ausgefallenes Haar nicht mehr nach. Daher wird empfohlen, die Anwendung nicht zu unterbrechen, sondern Minoxidol regelmäßig anzuwenden.

Anwendung bei Frauen

Über Jahre hinweg wurden lediglich Männer mit Haarverlust in Verbindung gebracht. Heute wissen wir allerdings, dass der erbliche bedingte Haarausfall in gleichem Masse Frauen befallen kann. Tatsächlich leidet jede vierte Frau heute unter Haarverlust.

2%iges Minoxidil ist als Fertigprodukt apothekenpflichtig, jedoch in Österreich nicht rezeptpflichtig, erhältlich. Hingegen wird 5%iges Minoxidil nur auf Rezept abgegeben. Es wirkt rascher, aber nach einigen Monaten sind oft die Unterschiede gegenüber der 2%igen Präparation nur gering.

Für Frauen ist nur die 2% Konzentration zugelassen. Durch eine einfach Anwendung auf der Kopfhaut jeden Morgen und Abend werden die Haarfollikel revitalisiert und dadurch das Haarwachstum angeregt. Minoxidil kann sowohl bei gefärbtem Haar als auch auf dauergewelltem Haar angewandt werden.

Frauen reagieren allgemein sensibler auf die Nebenwirkungen von Minoxidil, wie Verminderung des Blutdrucks (Hypotonie) und Schwindelgefühl. Gelegentlich kommt es zu einer Irritation der Kopfhaut, auch kann es zu einer Allergie gegen einen Inhaltsstoff kommen. Wichtig ist, dass Minoxidil nur so lange wirkt, wie es angewandt wird. Das primäre Ziel ist immer ein Stopp des Fortschreitens der Haarlichtung. Bei Abbruch der Anwendung vergeht diese lokale Reaktion allerdings.

Kosten

Viele Patienten entscheiden sich für Minoxidil, da es im Vergleich mit anderen Behandlungen scheinbar kostengünstiger ist. Da die Effekte aber nur zeitlich bedingt sind, kann es am Ende der Therapie doch kostenaufwendiger werden, als ursprünglich angedacht. Oftmals wird Minoxidil sowohl vor als auch nach der Behandlung einer Eigenhaarverpflanzung empfohlen, um den Haarausfall zu verringern.

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