Haartransplantation durch ARTAS Roboter

Roboterunterstützte Haarverpflanzung ist keine Neuigkeit

Die automationsgestützte Haarverpflanzung mit einem sogenannten „Roboter“ des Herstellers ARTAS wird aktuell in Medienberichten und von einigen Ärzten als neueste Technologie im Bereich der Haarverpflanzung angepriesen. Tatsache ist aber, dass es dieses Gerät schon seit vielen Jahren gibt. Auch der ein oder andere Arzt in Österreich versuchte in den letzten Jahren bereits seit Glück mit der maschinellen Haarverpflanzung. 

Moser Medical hospitierte im Jahr 2011 erstmals gemeinsam mit dem leitenden medizinischen Team von Moser Medical bei einer Roboterbehandlung von Dr. Robert M. Bernstein in New York. Die Ergebnisse waren in keinem Bereich überzeugend. So entschloss man sich bei Moser Medical auf den Einsatz eines Roboters am Patienten zu verzichten und die weitere technische Entwicklung genau zu beobachten. Heute, 7 Jahre später, gibt es zwar verbesserte Versionen des Haarroboters, aber nach wie vor sind die erzielbaren Ergebnisse qualitativ deutlich schlechter, als bei einer Haarverpflanzung durch den erfahrenen Facharzt. 

Diese Beurteilung teilen weit mehr als drei Viertel der weltweit führenden Haarchirurgen. Nur  12%der Spezialisten haben bis 2017 überhaupt eine roboterunterstützte Eigenhaarverpflanzung durchgeführt. Und gar nur 7%2 der befragten Haarchirurgen und Mitglieder des weltweitgrößten Verbands für Haarverpflanzung (ISHRS) erwarten in den nächsten Jahren Verbesserung auf diesem Gebiet, die einen Anstieg der Behandlungszahlen erwarten ließe.

 

Neuer ARTAS Roboter X in Los Angeles vorgestellt

Eine Delegation von Moser Medical nahm auch heuer wieder am jährlichen Weltkongress der ISHRS teil, um sich mit Fachkollegen über Neuigkeiten und Entwicklungen austauschen zu können. Auf dem Fachkongress wurde u.a. auch das neueste Modell X des Artas Roboters, der erst zum Jahresende 2018 in Europa erhältlich sein wird, von uns analysiert und bewertet. Anders als bei seinen Vorgängermodellen, ist es mit der neuesten Generation nun auch möglich Haare zu verpflanzen. Die einzelnen Haarfollikel werden von der Maschine mit intensivem Druck in der Kopfhaut freigelegt („gebohrt“), anschließend von einem Menschen per Hand entnommen und in den Verpflanzungsapparat eingelegt. Die Verpflanzung erfolgt automatisiert im zuvor definierten Empfangsbereich.

Wir gehen keine Kompromisse bei der Qualität eingehen, nur um den medialen Druck von sogenannten "Neuerungen" nachzugeben. Da eine Behandlung nicht ohne weitere Einschränkungen wiederholt werden kann, sind Experimente fehl am Platz. Jene Menschen, die eine dauerhafte sichere Lösung für Ihr Problem mit Haarausfall haben wollen, schenken Ihr Vertrauen der individuellen Eigenhaarverpflanzung durch einen erfahrenen Spezialisten.“

 Karl Moser
Karl MoserGründer und Inhaber

Vor- und Nachteile des neuen Haarroboters ARTAS X aus Sicht von Moser Medical

Pro

Contra

  • Verpflanzen: Haare können auch von ARTAS eingesetzt werden
  • Haardichte: Artas X schafft lt. eigenen Aussagen nur eine maximal Haardichte von 30 FUs/cm2 3 zu verpflanzen. Für ein ästhetisches Ergebnis ist eine Dichte von bis zu 50cm2 empfohlen, die der natürlichen Dichte des Haares entspricht.
  • Komfort: Maschine reagiert auf leichte Kopfbewegungen des Patienten und gleicht diese aus
  • Wuchsrichtung:  Die Individualität der jeweiligen Haarsituation und Wuchsrichtung kann die Maschine beim Extrahieren weniger gut berücksichtigen als erfahrene Haarchirurgen. Daher sind bei der Roboterentnahme Schäden an den Haarwurzeleinheiten wahrscheinlicher. 
  • keine Erfahrung notwendig: Für die Durchführung und Bedienung des ARTAS Roboters ist keinerlei Erfahrung auf dem Gebiet der Haarverpflanzung notwendig. Es benötigt lediglich einer Einschulung zur Bedienung der Maschine. Dies auch der Grund warum vor allem Ärzte, die noch nie selbst eine Behandlung durchgeführt haben, Haarverpflanzung mit einem Roboter anbieten.
  • Ergebnisse: Noch kein einziges Resultat einer Roboter-Haarverpflanzung konnte uns bislang überzeugen. Diese Meinung teilen auch die meisten renommierten Kollegen weltweit.
 
  • Anwuchsrate unklar: aWie hoch die Anwuchsrate nach einer Roboter-Haarverpflanzung ist, konnten uns selbst die Techniker von ARTAS bisher nicht beantworten. 

                                                                                                                                                            

 

Grundlage: Wie funktioniert der ARTAS Roboter für Haarverpflanzung?

Der „Roboter“ wurde als Alternative zur manuellen Einzelhaarentnahme (FUE-Technik) entwickelt, um während der Behandlung mit hoher gleichbleibender Präzision 1000 und mehr einzelne Haarwurzeln nacheinander aus dem Kopf zu extrahiert. Aktuell in Europa eingesetzte Versionen des Haarroboters führen keine Verpflanzungen durch, sie entnehmen lediglich Haare. Hierfür wird der Entnahmebereich des Patienten möglichst kahl rasiert und ein kariertes Raster auf seinen Kopf gemalt, um dem Scanner-Modul der Maschine Orientierung für die Entnahme zu liefern. Das System ermittelt automatisch die Position der zu entnehmenden Haare, entscheidet aufgrund eines Algorithmus welche Haarwurzeleinheiten bevorzugt werden sollen und stanzt diese entsprechend aus der Kopfhaut. Die Entnahme wird so oft durchgeführt bis die gewünschte Anzahl an Haarwurzeleinheiten für die Verpflanzung erreicht ist. Der Operator des ARTAS-Systems verfolgt den ganzen Vorgang über eine Live-Kamera auf einem Bildschirm und kann bei Problemen das System jederzeit anhalten und eingreifen. Die anschließende Verpflanzung durch Spezialisten erfolgt üblicherweise manuell – ganz genau gleich wie bei einer klassischen Haartransplantation nach der FUE- oder FUT-Methode.

Ein bekannter Haarchirurg aus England teilte mit uns am Kongress in Los Angeles seine Erfahrung mit einem ARTAS Roboter: "Als wir noch wenig Erfahrung mit der FUE-Technik hatten und ARTAS neu auf den Markt gekommen ist, haben wir uns für FUE-Behandlungen mit der Maschine entschieden. Zu Beginn war dies natürlich angenehm für uns, weil wir als Spezialisten mit einer Behandlung selbst nur wenig Aufwand hatten. Sehr schnell mussten wir jedoch feststellen, dass wir mit einer geübten FUE-Entnahme per Hand nicht nur viel schneller vorgehen konnten, sondern, dass die Haarwurzeln bei der händischen Methode schonender behandelt werden, da diese mit weniger Krafteinsatz möglich ist. Das manuelle Verfahren begünstigte eindeutig die ‚Gesundheit‘ der Haarwurzeln. Mittlerweile verwenden wir den ARTAS Roboter gar nicht mehr und führen alle Behandlungen wieder selbst per Hand durch."

Auf dem Weltkongress wurden Ergebnisse von Referenzpatienten vorgestellt, die mit der neuesten Generation Artas X behandelt wurden. Was gezeigt wurde, war nicht überzeugend. Mit solch einer Haardichte wären wir als Anbieter nicht zufrieden. Das entspricht weder unseren eigenen hohen Anforderungen, noch dem Wunsch unserer Patienten nach einem dauerhaft natürlich schönen Haarbild.

 Claudia Moser
Claudia Moser Klinikleitung

Quelle:

1 International Society of Hair Restoration Surgery: 2017 Practice Census Results, p. 10, USA, August 2017. 

2 International Society of Hair Restoration Surgery: 2017 Practice Census Results, p. 26, USA, August 2017. 

Aussagen von ARTAS Mitarbeiter am Kongress in Los Angeles (USA), Oktober 2018.


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