Kann man Haare bald klonen?

Seit über 15 Jahren betreibt Moser Medical in Wien ein eigenes Haarforschungslabor. Im Interview stellt Forschungsleiter Dr. Walter Krugluger aktuelle Entwicklungen vor und wirft einen Blick in die Zukunft.


Wien, 3. März 2016.

Herr Prof. Dr. Krugluger, welches waren bislang die wichtigsten Ergebnisse der Moser Forschung*?

Krugluger: Bezieht man Begriff 'Ergebnis' auf fertige Produkte, dann sind dies die Storage Solution, eine Nährstofflösung, die während der Behandlung eingesetzt wird und die BioRegeneration, ein Mittel zum Aufsprühen in den ersten Tagen der Haartransplantation. Beide begünstigen das Anwachsen der verpflanzten Haare deutlich und sind bei Moser Medical längst eine wichtige Grundlage jeder Haarverpflanzung.

Und das Klonen von Haaren ist ebenfalls ein Thema?

Krugluger: Im Jahr 2002 fingen unsere ersten Experimente diesbezüglich an, bereits 2005 erzielten wir einen Durchburch. Es gelang erstmals in einem Hautkulturmodell kleine Haare aus isolierten Zellen des Haarfollikels zu züchten. Danach konnten in Kooperation mit internationalen Konzernen, wie Beiersdorf und L'Oréal, Vorstufen von Haaren auch ohne Hautkulturmodell („Sphäroide“) erzeugt werden, welche einen ersten Ansatz für die klinische Anwendung der Zelltherapie der Alopezie darstellen.

Wann wird das Klonen bei Haartransplantationen angewendet?

Krugluger: Bis klinische Anwendungen möglich sind, können noch Jahre oder Jahrzehnte vergehen. Schlechtestensfalls gelingt es nie, diese Methode zu einer klinischen Anwendung zu bringen. Derzeit gibt es weltweit keine vertrauenswürdigen Berichte über weitere Fortschritte beim Klonen von Haaren, die über das Stadium von Späroiden hinaus gehen. In unserem Labor haben wir daher weitere Studien initiiert, welche eine Weiterentwicklung von Sphäroiden betreffen. Die Experimente dazu sind derzeit noch am laufen.

Bei der Haartransplantation bleibt also alles wie es ist?

Krugluger: Nein, es gibt laufend Verbesserungen - bei der Entnahme, der Aufbereitung und auch dem Einsetzen der Haare! Hier spielt natürlich auch die Erfahrung eine wesentliche Rolle. Unser Hauptaugenmerk in der Forschung gilt der Anwuchsrate, denn dies stellt sicher, dass ein Haarbild auf Dauer natürlich schön bleibt.

* Moser Medical veröffentlicht Forschungsergebnisse regelmäßig in angesehenen Fachzeitschriften und auf Kongressen. Z. B. zuletzt 2015 beim Weltkongress der Internationalen Vereinigung für Haartransplanteure (ISHRS) in Chicago zum Thema "Gene Expression in Micrografts During Hair Restoration Surgery"




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